Möchten Sie zur mobilen Version wechseln?

Steuerberaterverband Rheinland-Pfalz e.V.

Aktuelles & Presse

Praktiker-News: „Dialog zwischen Steuerberatern und den Finanzämtern Koblenz, Mayen und Simmern-Zell“ und „Kanzleiorganisation“

Die Bezirksgruppe Koblenz verfolgt seit 2015 das Konzept des Dialoges mit der Finanzverwaltung abseits der klassischen Klimagespräche. In diesem Rahmen konnten erneut die Finanzämter Koblenz, Mayen und Simmern-Zell für eine gemeinsame Dialogveranstaltung gewonnen werden. Zu Beginn der Veranstaltung dankte der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Steuerberater Gerhard Busch, der scheidenden Vorsteherin des Finanzamts Koblenz, Frau Barbara Hendricks, für die hervorragende Zusammenarbeit und für Ihre Unterstützung bei der Installation des neuen Dialogkonzepts. Die Anwesenheit der ständigen Vertreter Herr Dr. Cantz (Koblenz), Herr van Volxem (Mayen) und Herr Trauten (Simmern-Zell) zeigte, dass die Idee bei den Finanzämtern nach wie vor unterstützt wird.

Herr Trauten referierte zu Beginn zu der neuen Fristenregelung, die seit dem Veranlagungszeitraum 2018 angewendet wird. Ein neues Instrument in diesem Zusammenhang sind die Vorabanforderungen. Eine vorzeitige Anforderung erfolgt beim Vorliegen von entsprechenden Vorabanforderungsgründen wie z.B. bei ständiger verspäteter Abgabe der Steuererklärungen in der Vergangenheit und bei zu erwartenden Nachzahlungen. Insgesamt fordern die anwesenden Finanzämter nur selten vorab an.

Der Hauptsachgebietsleiter AO des Finanzamt Koblenz Herr Dr. Hasslinger berichtete, dass Fristverlängerungen nur noch in seltenen Ausnahmefällen wie Krankheit oder Tod in Frage kommen können. Es bestehe auch hinsichtlich des Verspätungszuschlages bei Jahressteuererklärungen kein Ermessen, wenn es zu einer Nachzahlung im Rahmen der Veranlagung komme.

Herr van Volxem berichtete von Erfahrungen mit der Neuregelung aus der Praxis. Bisher seien in Mayen noch keine Verspätungszuschläge festgesetzt worden, da die Vorabanforderungen jeweils seitens der Steuerpflichtigen beachtet worden seien.

Frau Hofmann, Sachgebietsleiterin der Grunderwerbsteuerstelle des Finanzamts Mayen, referierte im Anschluss daran über die Anzeigepflichten bei der Grunderwerbsteuer. Oftmals werden die seitens der Steuerschuldner Anzeigepflichten bestehenden Anzeigepflichten des § 19 GrEStG nicht beachtet. So seien in Nordrhein-Westfalen 60% der Anzeigepflichten nicht erfüllt worden. Steuerschuldner haben immer dann eine Anzeigepflicht, wenn Notare, Gerichte und Behörden nicht zur Anzeige verpflichtet sind. Dies ist z.B. bei einer Änderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft von mindestens 95% innerhalb von fünf Jahren der Fall. Wird die Anzeigepflicht nicht beachtet, drohen neben Verspätungszuschlägen häufig auch steuerstrafrechtliche Ermittlungen.

Im Anschluss an die Referate standen die Referenten noch zu einer ausführlichen Fragerunde zur Verfügung.

Im zweiten Teil der Praktiker-News-Veranstaltung wurden von Markus Hamm von der Firma J. Klöschinski IT Systeme GmbH & Co. KG und von Gerhard Busch Instrumente zur Optimierung der Kanzleiorganisation vorgestellt. Es wurde berichtet, dass die Digitalisierungsquote der Kanzleien noch sehr niedrig sei. Ein Grund dafür liegt auch in der mangelnden Bereitschaft von Mandanten, die eigenen Belege zu digitalisieren. Herr Hamm stellte daher eine IT-Lösung vor, mit der die Kanzleien die in Papierform eingereichten Belege der Mandanten mit geringem Aufwand digitalisieren können. Diese Lösung ist besonders für die letzten 30% der Mandanten geeignet, die nicht selbst digitalisieren wollen, kann aber auch als Einstiegslösung hilfreich sein.

Herr Busch berichtet abschließend noch von dem Einsatz einer plattformorientierten Organisationssoftware zur besseren Strukturierung interner Kanzleiprozesse. Herr Busch wendet diese Software auch für die Kommunikation mit seinen Mandanten an. In Zeiten zunehmender Komplexität verspricht die vorgestellte Lösung die oftmals heiß ersehnte Struktur.

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz, Gerhard Busch, bedankte sich bei den Referenten für die interessanten und praxisnahen Vorträge.



 

 

 

Treffen BBS Wirtschaft in Koblenz

Am 19. September 2019 besuchte der Vorstand der Bezirksgruppe Koblenz gemeinsam mit dem Präsidenten der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz, Herrn Walter Sesterhenn, die Berufsschule BBS Wirtschaft in Koblenz. Frau Direktorin Beate Kraemer und Frau Studiendirektorin Gudrun Wienecke begrüßten uns zu einem Gedankenaustausch in der Schule. Erfreulicher Anlass des Gesprächs war die sprunghaft gestiegene Zahl von Auszubildenden zum Steuerfachangestellten. Diese positive Nachricht stellt die BBS jedoch auch vor große Herausforderungen, da derzeit eine ganz Klasse mehr in diesem Ausbildungsberuf unterrichtet werden muss. In einem regen Gedankenaustausch konnten viele Fragen und Probleme besprochen werden. Die anwesenden Steuerberater sicherten ihre volle Unterstützung für die BBS zu, damit auch weiterhin viele Auszubildende im Bereich der Steuerlehre gut ausgebildet werden können.

 Treffen BBS

 

 

Bericht zur Mitgliederversammlung

des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz e.V. Bezirksgruppe Koblenz

am Mittwoch, den 11. September 2019 um 17:30 Uhr

im Hause des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, Koblenz

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung standen die Wahlen zum Vorstand der Bezirksgruppe Koblenz an. Der langjährige Vorsitzende und zuletzt stellvertretende Vorsitzende Hans Spitzhorn trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz, Herr StB Gerhard Busch, dankte ihm für seine Verdienste um den Steuerberaterverband. Eine ausführliche Ehrung wurde für den kommenden Neujahresempfang angekündigt. Der Vorsitzende des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz, Herr StB Michael Weidenfeller, dankte Herrn StB Hans Spitzhorn ebenfalls für sein außerordentliches Engagement.

Herr Gerhard Busch berichtete anschließend über die Aktivitäten der Bezirksgruppe Koblenz. Der Kassenprüfer Herr StB Werner Schumann berichtete über die gemeinsam mit Herrn StB Dirk Bergen durchgeführte Kassenprüfung und schlug die Entlastung des bisherigen Vorstandes vor. Nach erfolgter Entlastung übernahm Herr StB Michael Weidenfeller die Wahlleitung. Nachdem der Antrag auf Erweiterung des Vorstandes um zwei weitere Beisitzer einstimmig angenommen wurde, konnte der Vorstand neu gewählt werden. Dieser setzt sich für diese Wahlperiode aus folgenden Kolleginnen und Kollegen zusammen:

 Vorsitzender:  

StB Gerhard Busch, Kruft

 Stellvertretender Vorsitzender: 

StB Michael Brost, Winningen

 Schriftführerin:  

StBin Ingrid Laschewski, Lahnstein

 Beisitzer:  

StB Volker Schultheiß, Koblenz

StB Heiko Nett, Mülheim-Kärlich

StB Jens Sabel, Dörth

StB Tobias Junges, Koblenz 

Zu Kassenprüfern wurden die Kollegin StBin Belinda Finke, Neuwied und StB Lutz Müller, Koblenz gewählt.

Die Mitgliederversammlung fasste schließlich noch einen Vorratsbeschluss für eine mögliche Fusion unter festgelegten Bedingungen der Bezirksgruppe Koblenz mit der Bezirksgruppe Rhein-Ahr-Eifel. Sollte die Nachbarbezirksgruppe in ihrer Mitgliederversammlung einer Fusion zustimmen, kann diese ohne eine weitere Mitgliederversammlung erfolgen.

 

Praktiker-News: „Der Mandant in der Krise – Ein Minenfeld für den Steuerberater“

Bereits im Juni und im November 2017 wurden im Rahmen der Praktiker News die Folgen des BGH-Urteils vom 26. Januar 2017 – IX/ ZR 285/14- auf die Haftung des Steuerberaters bei der Erstellung von Bilanzen betrachtet. Die Referenten Jens Lieser und Dr. Alexander Jüchser von der Kanzlei Lieser Rechtsanwälte Fachanwälte Insolvenzverwalter aus Koblenz referierten seinerzeit zu dem Thema. Mit der heutigen Veranstaltung wurde das Thema in erweiterter Form erneut aufgegriffen. Herr Dr. Jüchser referierte zu den Rechten und Pflichten der Steuerberater in der Krise Ihrer Mandanten sowie zur vorinsolvenzlichen Sanierung und zu dem Umgang mit einem Sanierungsgewinn. Zum Schluss seines Vortrages zeigte er noch aktuelle Entwicklungen zur Umsetzung der BGH-Rechtsprechung in den vergangenen zwei Jahren auf.

Herr Dr. Jüchser ging im ersten Teil seines Vortrags auf die Schwierigkeiten des Steuerberaters ein, die sich bei einer Krise seines (Dauer-)mandanten ergeben. Bei einer Krise des Mandanten ist das Honorar gefährdet. Als mit der wirtschaftlichen Situation des Schuldners in der Regel besonders vertrauter Person kann eine Rückzahlungspflicht des Honorars der letzten drei Monate oder darüber hinaus drohen. Durch einen unmittelbaren Austausch von gleichwertiger Leistung und Gegenleistung in einem engen zeitlichen Rahmen kann zumindest für aktuelle Forderungen ein Schutz vor der Rückforderung erreicht werden. Der Steuerberater steht bei Erkennen der Krise des Mandanten vor der Wahl, ob er das Mandatsverhältnis sofort beendet oder ob er zu seinem möglicherweise langjährigen Mandanten steht. Führt man das Mandatsverhältnis fort, sind stets auch mögliche Haftungsrisiken zu beachten. Gelingt es dem Steuerberater, seinem Mandanten ggf. auch unter Verlust von Honorar durch die Krise zu führen, bindet dies den Mandanten dauerhaft an ihn. Mit Insolvenzeröffnung endet in der Regel das Mandatsverhältnis, da der Insolvenzverwalter in der Regel einen von ihm beauftragten Berater einschalten wird. Sollte der Insolvenzverwalter dem bisherigen Steuerberater noch Aufträge erteilen, sollte eine klare Honorarvereinbarung getroffen werden.

Im zweiten Teil seines Vortrags berichtete Herr Dr. Jüchser über neue Entwicklungen aus Brüssel zur vorinsolvenzlichen Sanierung. Das Ziel der EU ist die Vereinheitlichung vorinsolvenzlicher Sanierungsmöglichkeiten. Eine Umsetzung in Form einer EU-Richtlinie ist jedoch nicht vor Mitte 2021 zu erwarten. Die Vorstellung ist, dass ein Restrukturierungsverfahren zeitlich vor einer möglichen Insolvenz greifen kann. Unternehmen könnten dann ohne Insolvenzverfahren einen Restrukturierungsplan mit Schuldenschnitt auch gegen die Zustimmung einzelner Gläubiger umsetzen, wenn 75% der Gläubiger diesem zustimmen. Das neue Verfahren soll nicht öffentlich bekannt gemacht werden. Viele Details sind noch nicht geklärt, so z.B. die Frage, ob eine Integration der Regelungen zur vorinsolvenzlichen Sanierung in die Insolvenzordnung vorgenommen wird, oder ob ein eigenes Gesetz formuliert wird.

Im dritten Teil seines Vortrags behandelte Herr Dr. Jüchser die steuerliche Beurteilung von Sanierungsgewinnen. Bis zur Bekanntgabe der Entscheidung des BFH vom 7. Februar 2017 waren Sanierungsgewinne nach den Vorgaben des BMF-Schreibens aus 2013 steuerfrei. Der Gesetzgeber hat mit einer Neuregelung des § 3a EStG nun reagiert und die Sanierungsgewinne steuerfrei gestellt, wenn es sich um Betriebsvermögensmehrungen oder Betriebseinnahmen aus einem Schuldneerlass zum Zweck der unternehmensbezogenen Sanierung handelt.

 

Zum Schluss seines Vortrags stellte Herr Dr. Jüchser Erfahrungen aus nunmehr zwei Jahren der neuen Rechtsprechung zur Haftung des Steuerberaters bei der Erstellung von Bilanzen vor. In seiner Praxis habe es bislang 16 Inanspruchnahmen gegeben. Urteile seien noch keine ergangen, es seien aber einige Vergleiche vereinbart worden. Die Sensibilität der Steuerberater sei gestiegen, es gebe aber noch immer Jahresabschlüsse entgegen der Rechtsprechung.

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz, Gerhard Busch, bedankte sich bei dem Referenten für den klaren und sehr praxisnahen Vortrag.

Den gesamten Vortrag finden Sie hier oder im Downloadbereich.

 

Neujahrsempfang des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz, Bezirksgruppe Koblenz

Am Donnerstag, den 24. Januar 2019 fand zum sechsten Mal der Neujahrsempfang der Bezirksgruppe Koblenz des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz statt. Als Veranstaltungsort diente wie im Vorjahr das „Alexanders Eventwerk“ in Urmitz am Rhein. Als Redner konnte in diesem Jahr Herr Staatssekretär Clemens Hoch, Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz gewonnen werden.

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz Gerhard Busch blickte in seiner Eröffnungsansprache auf die zahlreichen Aktivitäten der Bezirksgruppe im vergangenen Jahr zurück. Alle durchgeführten Praktiker-News-Veranstaltungen des Jahres waren sehr gut besucht. Dieser Erfolg war nur möglich durch zahlreiche zuverlässige Partner, die mit Ihren Vorträgen konkreten praktischen Nutzen vermittelten.

Herr Staatssekretär Clemens Hoch gewährte den Teilnehmern Einblicke in die Arbeit der Landesregierung. Als Chef der Staatskanzlei koordiniert Herr Hoch die Arbeit und die Termine der Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Herr Hoch ist auch zuständig für das Ehrenamt. Er referierte darüber, dass es aus seiner Sicht keinen Rückgang im Engagement der Bürger gebe, obwohl viele Vereine Nachwuchssorgen haben. Durch die veränderte Lebenswirklichkeit und den höheren Stellenwert der Zeit mit der Familie finde das Engagement nur an anderer Stelle statt. Herr Staatssekretär Hoch hob den Stellenwert der Region Koblenz im Land Rheinland-Pfalz hervor. Es handele sich um eine außergewöhnlich starke Region.

Nach der kurzweiligen und sympathischen Rede von Herrn Hoch erhielt die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. die Gelegenheit, Ihre Arbeit vorzustellen. Der Geschäftsführer der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V., Herr Dr. Thomas Schopperth gab einen interessanten Überblick über die zahlreichen Aktivitäten des Vereins. Er bat die Teilnehmer darum, die Arbeit der Krebsgesellschaft aktiv zu unterstützen. https://www.krebsgesellschaft-rlp.de/hilfe-fuer-krebspatienten-und-familien/beratungszentren/koblenz

Das variantenreiche Abendessen in Buffetform rundete den gelungenen Abend ab. Bei gutem Essen und guten Getränken blieb noch viel Zeit für Gespräche unter den Teilnehmern.

Weiterhin sind wir froh und stolz, auch in diesem Jahr mit Herrn Kammerpräsident Edgar Wilk, Herrn Vizepräsident Ralf Nick und den Mitgliedern des Kammervorstandes Walter Sesterhenn und Walter Mock sowie mit unserem Verbandspräsidenten Michael Weidenfeller wiederum hochrangige Vertreter des Berufsstandes als Teilnehmer begrüßen zu können. Weiterhin haben wir uns sehr über die Teilnahme der Vorsteherin des Finanzamts Mayen, Frau Ulrike Laux und des stellvertretenden Vorstehers des Finanzamts Koblenz, Herrn Dr. Stephan Cantz  sowie zahlreichen weiteren Ehrengästen gefreut.

 

 

Praktiker-News vom 23. November 2018

Praktiker-News: Kassennachschau – ohne Risiken?

Sind Sie und Ihre Mandanten gut vorbereitet?

Praktiker News und Dialog mit der Finanzverwaltung

Die Bezirksgruppe Koblenz des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz e.V. hat die dritte Praktiker-News-Veranstaltung des Jahres 2018 durchgeführt. Zentrales Thema der Veranstaltung war das Thema Kasse und Kassennachschau. Zu diesem Thema referierten Herr Armin Jammermann von der Firma Kassen Flöer in Koblenz, Herr Roland Schäfer von der DATEV und die Herren Hermen und Hies vom Finanzamt Koblenz. Das Thema wurde vom Vorstand ausgewählt, da nach wie vor große Unsicherheiten in der Beraterschaft und in der Mandantschaft zum Thema „Kassennachschau“ bestehen. Die hohe Zahl an Anmeldungen lässt vermuten, dass diese Annahme zutreffend war. Die Finanzverwaltung war prominent vertreten durch die Vorsteherin des Finanzamts Koblenz, Frau Klaudia Hendricks, durch den Vorsteher des Finanzamts Simmern-Zell, Herrn Michael Buch und durch den ständigen Vertreter beim Finanzamt Mayen, Herrn Lars van Volxem.

Herr Jammermann stellte die technischen Funktionsweisen gängiger Registrierkassen vor. Er machte die Unterschiede der im Umlauf befindlichen Kassensysteme anhand von Beispielen deutlich. Er empfahl den anwesenden Beratern darauf zu achten, dass die Mandanten GoBD-konforme Kassen nutzen. Er stellte aber auch klar heraus, dass das Verhalten der Nutzer der Kasse einen entscheidenden Einfluss auf die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung hat. Im Vortrag wurde deutlich, dass die ordnungsgemäße Kassenführung beim Einsatz entsprechender Technik und bei sachgemäßer Anwendung der Systeme kein Mysterium ist.

Herr Roland Schäfer, Leiter Beratung & Schulung Rechnungswesen Köln/Koblenz, referierte zu den aktuell angebotenen Lösungen der Datev im Bereich der Kassensoftware. Er führte aus, dass das Programm Kassen- und Warenerfassung Office abgekündigt wurde. Dies ist auch erforderlich, da die Auswertungen nicht mehr den GoBD entsprechen. Daraufhin stellte er die Funktionsweise der Kassenerfassung in Unternehmen Online vor und gab einen Ausblick auf die Zukunft mit dem Kassenarchiv Online. Ziel ist es, die Daten der Registrierkassen GoBD-konform in das Rechnungswesen der Datev-Programme zu übertragen.

Zum Abschluss der Veranstaltung referierten Herr Hies und Herr Hermen über die ersten Erfahrungen der seit Sommer durchgeführten Kassennachschau-Prüfungen. Anschaulich stellten die Referenten typische Situationen bei den ohne Vorankündigung durchgeführten Prüfungen dar. Das Instrument der Kassennachschau wird aus unterschiedlichen Motiven genutzt. Sie können sowohl im Vorfeld einer beabsichtigten Betriebsprüfung, zur Einschätzung der Prüfungswürdigkeit eines Betriebs als auch zur einfachen Überprüfung der ordnungsgemäßen Kassenführung stattfinden. Die Referenten betonten, dass die Prüfungen nach Möglichkeit nicht zur Hauptgeschäftszeit „im größten Trubel“ stattfinden würden. Weiterhin würde mit dem Beginn der Prüfungshandlungen auf den ggf. hinzugerufenen Steuerberater gewartet.

Zum Schluss der Veranstaltung stellten sich die Referenten noch im Rahmen einer Podiumsdiskussion den Fragen der Teilnehmer.

Herr Gerhard Busch bedanke sich bei allen Referenten und Teilnehmern für den konstruktiven Dialog. Die Veranstaltung hat zahlreiche Erkenntnisgewinne gebracht.

Praktiker-News vom 20. März 2018

Drei weitere aktuelle Brennpunktthemen

Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat richtete die Bezirksgruppe Koblenz des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz e.V. eine Praktiker-News-Veranstaltung aus, in der drei wichtige aktuelle Themen in kurzen aber informativen Vorträgen behandelt wurden. Die Veranstaltung fand dieses Mal wegen der hohen Zahl an Anmeldungen in den Räumen des Finanzamts Koblenz statt.

Transparenzregister

Der Koblenzer Notar Dr. Richard Koch-Sembdner eröffnete den Abend mit einem Kurzvortrag zum neuen Transparenzregister, das seit dem 27. Dezember 2017 unter www.transparenzregister.de abrufbar ist. Er empfahl den anwesenden Steuerberatern, ihre Mandanten über das Transparenzregister zu informieren. Herr Dr. Koch-Sembdner betonte, dass eine Eintragung in das neue Register nur dann erforderlich ist, wenn andere Register diese Daten nicht führen. Exemplarisch nannte er Beispiele für Fälle, die eine Eintragung erfordern. Der Großteil der Mandanten ist nicht verpflichtet, im Transparenzregister Angaben zu machen.  Sollte eine Meldepflicht bestehen, liegt diese nicht beim Steuerberater der Gesellschaft. Bei einem Verstoß gegen die Meldepflicht ist somit auch kein Haftungstatbestand gegeben.

Verschlüsselung von E-Mails

Markus Hamm, Geschäftsführer der Firma Klöschinski IT Systeme, stellte im Nachgang zu seinem Kurzvortrag zu den Grundlagen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung bei der letzten Praktiker-News-Veranstaltung, die Grundlagen der E-Mailverschlüsselung vor. Zunächst stellte er klar, dass E-Mails mit personenbezogenen Daten zwingend verschlüsselt werden müssen. Eine Freistellung seitens des Mandanten ist möglich, wenn es um seine eigenen Daten geht. Werden hingegen Daten fremder Personen, z.B. von Mitarbeitern des Unternehmens per E-Mail versendet, wirkt die Freistellung des Unternehmers nicht. Herr Hamm stellte dann verschiedene Verschlüsselungsarten bzw. Techniken der Verschlüsselung vor. Sein Fazit lautete, dass im Bereich der Versendung von E-Mails eine höhere Sensibilität als bisher zwingend gefordert ist und dass eine deutliche Professionalisierung auf dem Gebiet erforderlich ist.

Neuerungen im Veranlagungsverfahren

Durch die zwingende elektronische Übermittlung von Einkommensteuererklärungen und der seit dem Veranlagungszeitraum 2017 geltenden Belegvorhaltepflicht, die die bislang geltende Belegvorlagepflicht abgelöst hat, ergeben sich Fragen, wie die Abläufe künftig aussehen werden und wie eine Steuerberatungskanzlei mit diesen Herausforderungen umgehen kann.

Aus diesem Grund stellte zunächst Herr Neuser, Leiter der Datev-Niederlassung Koblenz vor, wie eine Einkommensteuererklärung vom Mandanten rechtssicher freigegeben werden könnte. Die Unterschrift auf einem Papierformular würde einen Medienbruch bedeuten, da für die Übermittlung an die Finanzverwaltung kein Papierausdruck bzw. auch kein Belegaustausch mehr erforderlich ist. Eine Möglichkeit der Freigabe durch den Mandanten bietet das Programm Datev-Freizeichnung-Online. Mit einer Identifizierung per Datev-Smart-Card, M-Identity-Stick oder der neuen Smart-LogIn-App per Smartphone kann der Steuerpflichtige die ihm zugesendete Steuererklärung ablehnen oder freigeben.
Im Anschluss daran stellte Frau Funk vom Finanzamt Koblenz vor, wie das Finanzamt Koblenz mit der nun eingeführten Belegvorhaltepflicht umgeht. Die drängende Frage der Berater lautet, wie mit dieser Thematik umgegangen wird. Wünschenswert wäre eine Richtlinie, in welchen Fällen eine Belegeinreichung sinnvoll wäre und in welchen Fällen eine Einreichung von Belegen nicht erforderlich ist. Frau Funk stellte dar, welche Tatbestände weiterhin eine Vorlage von Belegen erfordern. Sie wies weiterhin darauf hin, dass die Belege in unterschiedlichen Fristen aufbewahrt werden müssen. Weiterhin wies Frau Funk darauf hin, dass eine Abweichung von der Verwaltungsauffassung zwingend in Zeile 175 des Mantelbogens anzuzeigen ist.

Im Anschluss an den Vortrag wurde angeregt diskutiert. Ist es nun sinnvoll, wie bisher alle Belege einzureichen, um Rückfragen zu vermeiden, oder kann auf die generelle Einreichung verzichtet werden? Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass hier nun Erfahrungen mit dem neuen Verfahren gemacht werden müssen. Da eine Einreichung von Belegen über eine sichere E-Mail derzeit noch nicht möglich ist, müssen nicht eingereichte Belege weiterhin in Papierform aufbewahrt werden. Dies ist aus organisatorischen Gründen sicherlich nicht erfreulich.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellten sich die Referenten des Abends sowie die Vorsteherin des Finanzamts Koblenz, Frau Barbara Hendricks und der Vorsitzende des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz, Herr Michael Weidenfeller in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Teilnehmer.

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz, Gerhard Busch, bedankte sich bei den Referenten für die informativen Vorträge zu den teilweise ungeliebten und  unangenehmen  Themen.

Praktiker - News 02. März 2018

Geldwäschegesetz – techn. Änderungen durch die Datenschutzgrundverordnung – Digitaler Finanzbericht Abschlussdatenübermittlung an Banken

 

Hier finden Sie die Präsentationen nach Themengebieten:

Abschlussdatenübermittlung an Banken

Der Digitale Finanzbericht

Kanzleileitfaden zum Digitalen Finanzbericht

Die neue DSGVO

Geldwäscheprävention

Kanzleizukunft – Digitalisierung erfolgreich gestalten

Wir Steuerberater stehen in einem sich verändernden Arbeitsumfeld vor großen Herausforderungen. Die derzeit wichtigste Aufgabe ist es, die Arbeitsprozesse zu optimieren und die fortschreitende Digitalisierung für die Mandanten und die eigene Kanzlei gewinnbringend zu nutzen. In den vergangenen Jahren wurden in vielen Kanzleien bereits zahlreiche Schritte umgesetzt, wie z.B. der gesicherte Datenaustausch mit Mandanten, Finanzamt und auch Banken.

Die Steuerberater im nördlichen Rheinland-Pfalz nahmen sich des Themas an, wie die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten sei, um die Zukunft der Kanzleien zu sichern. Sie diskutierten am Donnerstag, 14. September 2017 im Kurfürstlichen Schloss Koblenz mit Experten zum Thema: „Kanzleizukunft- Digitalisierung erfolgreich gestalten“ wie die Herausforderungen gemeistert werden können. Eingeladen hatten die regionalen Bezirksgruppen des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz e.V: Koblenz, RheinAhrEifel und Rhein-Lahn-Westerwald.


Die Räumlichkeiten des Koblenzer Schlosses eigneten sich perfekt für das gewählte Veranstaltungskonzept. Im Eingangsbereich sowie im Foyer der ersten Etage konnten sich die Teilnehmer in einer großen Fachausstellung über die neuesten technologischen Trends in der Branche informieren. In zwei weiteren Räumen fanden parallel mehrere Workshops statt, in denen insgesamt acht Referenten aus den Bereichen Bankwesen, Software und Fachliteratur das Thema Digitalisierung aus Ihrem Blickwinkel beleuchteten und mit den Teilnehmern diskutierten. Die gut besuchten Workshops bereiteten die anwesenden Kollegen auf den Höhepunkt der Veranstaltung vor. Im Kaisersaal beleuchteten Harald Elster, Präsident des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V.; Dr. Lars Meyer-Pries, Mitglied der DATEV-Geschäftsleitung; Prof. Dr. Elisabeth Jünemann, Professorin für Anthropologie und Ethik Kath. Hochschule Paderborn; Guido Jost, IT-Geheimschutz-Verantwortlicher im Innenministerium Rheinland-Pfalz; Hasan Cürük, Leiter IT Organisation Carl Knauber Holding GmbH & Co. KG sowie Randolf Stich, Staatssekretär im Innenministerium Rheinland-Pfalz in fünf Impulsvorträgen das Thema Digitalisierung aus Ihren unterschiedlichen beruflichen Perspektiven. Die Betrachtungsweisen aus dem Berufsstand, der Wirtschaft sowie aus Wissenschaft und Politik zeigten durchaus Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedlichen Wahrnehmungen und Ansichten über die die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und hierbei insbesondere auf die Branche der steuerberatenden Berufe. Die Teilnehmer erhielten wertvolle Denkanstöße. Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass trotz unterschiedlicher Einschätzung von Intensität und Geschwindigkeit des digitalen Wandels in der Branche eine Anpassung der Kanzleiprozesse in Angriff genommen werden sollte.


Zum Abschluss nahmen die Referenten der Impulsvorträge, an einer von den Vorsitzenden der ausrichtenden Bezirksgruppen des Steuerberaterverbandes moderierten Diskussionsrunde teil. Hier hatten die anwesenden Steuerberater wiederum die Gelegenheit, sich an der lebhaften Diskussion zu beteiligen.

Neujahrsempfang des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz, Bezirksgruppe Koblenz


Am Donnerstag, den 25. Januar 2018 fand zum fünften Mal der Neujahrsempfang der Bezirksgruppe Koblenz des Steuerberaterverbandes Rheinland-Pfalz statt. Als Veranstaltungsort diene erstmals das „Alexanders Eventwerk“ in Urmitz am Rhein. Als Redner konnte in diesem Jahr unser Mainzer Steuerberaterkollege Werner Renkes alias Kantinenwirt Antonio gewonnen werden, der auf kabarettistische Weise Innenansichten aus dem Bundestag präsentierte.

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Koblenz Gerhard Busch blickte in seiner Eröffnungsansprache auf die zahlreichen Aktivitäten der Bezirksgruppe im vergangenen Jahr zurück. Hierbei hob er die im September durchgeführte Großveranstaltung im Koblenzer Schloss unter dem Titel „Kanzleizukunft – Digitalisierung erfolgreich gestalten“ hervor.

Im Anschluss berichtete Kantinenwirt Antonio, der extra aus Berlin angereist war, von interessanten Gesprächen mit den Gästen aus der Bundestagskantine in Berlin. Bislang unklare Vorgänge aus der langwierigen Regierungsbildung wurden in erhellender Form dargestellt. Letztlich stelle sich heraus, dass Kantinenwirt Antonio den Überblick behalten hat. Viele Politiker, die sich bereits in einem Regierungsamt sahen, sind von der Bildfläche verschwunden, Antonio ist noch da.

Neben dem erfrischenden Vortrag, der die Teilnehmer mehrmals zum Lachen brachte, trug auch die neue „Location“ zu frischen Wind bei. Das variantenreiche Abendessen wurde nach dem „Open-Kitchen-Prinzip“ direkt in der Küche in Buffetform serviert und konnte direkt vor Ort oder am Tisch genossen werden. Durch dieses Konzept bot sich die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Weiterhin sind wir froh und stolz, in diesem Jahr mit Herrn Kammerpräsident Edgar Wilk und Vizepräsident Ralf Nick sowie mit unserem Verbandspräsidenten Michael Weidenfeller wiederum hochrangige Vertreter des Berufsstandes als Teilnehmer begrüßen zu können. Weiterhin haben wir uns sehr über die Teilnahme der Präsidentin des Landesamtes für Steuern, Frau Bollinger-Wechsler gefreut. Dies zeigt, dass unsere Idee des Dialoges lebendig ist.